Verhütung ist Frauensache

Eine sehr umstrittene und vielleicht doch wahre Aussage? Ich habe Gynäkologin Frau Dr. med. Angela Kirstges, der Gynäkologischen Gemeinschaftspraxis Jever/Wilhelmshaven zahlreiche Fragen rund um das Thema Verhütung gestellt. Speziell auf das Thema „Anti-Baby-Pille“ wurde aufgrund des Ergebnisses der Instagram-Umfrage besonders eingegangen.

Verhütung heißt nicht gleich Verhütung. Die entsprechenden Mittel zur Verhütung unterscheiden sich in ihrer Sicherheit, welche mithilfe des Pearl-Indexes festgestellt wird. Je kleiner der Pearl-Index, desto sicherer ist das Verhütungsmittel. Die Pille hat, im Gegensatz zum Kondom mit einem Index von 2-12, einen Index von 0,1 bis 0,9. Als das sicherste Verhütungsmittel gilt die Hormonspirale. Diese hat einen Index von 0,16 und hat der Pille gegenüber den Vorteil, dass die Einnahme nicht vergessen werden kann und nicht mit anderen Medikamenten reagieren kann.

„Verhütung ist Frauensache“ – die Instagram-Umfrage hat ergeben: 100 Prozent stimmen nicht zu. Frau Dr. med. Angela Kirstges ist jedoch anderer Meinung: Verhütung sei Frauensache, da fast alle Verhütungsmittel eben nur für Frauen bestimmt sind. Sie ist jedoch der Meinung, dass es trotzdem im Interesse des Partners sein sollte, das Thema Verhütung zu kommunizieren und sich eventuelle Kosten zu teilen und gemeinsame Entscheidungen zu treffen. Die Möglichkeiten zur Verhütung für den Mann seien aktuell nur das Kondom und die Sterilisation. Frau Dr. med. Kirstges betont hier allerdings, dass das Kondom sehr unsicher sei und ausschließlich zur Notfallverhütung genutzt werden sollte und nicht zur ständigen Verhütung. Auch die Sterilisation kommt erst in Frage, wenn ein Kinderwunsch kein Thema mehr ist. Sie glaubt auch nicht, dass es in naher Zukunft weitere Verhütungsmittel für den Mann geben wird: „Es gibt Forschungen, nur ist es kompliziert ein verlässliches Verhütungsmittel ohne Nebenwirkungen herstellen zu können. Momentan ist nichts in Sichtweite.“ Doch auch hier war der Wunsch der Teilnehmer der Instagram-Umfrage klar: 100 Prozent würden sich mehr Verhütungsmittel für den Mann wünschen.

Die hormonelle Verhütung steht in der Kritik. 71 Prozent der Teilnehmer der Umfrage verhüten jedoch trotzdem hormonell. Doch was stellen Hormone in unserem Körper an und warum sind diese so schädlich? Frau Dr. med. Kirstges erklärt, dass die sozialen Medien es so darstellen würden, als wären Hormone viel schädlicher für unseren Körper als Kupfer. Aus ärztlicher Sicht sei das allerdings genau andersrum. Kupfer ist ein Schwermetall und auf natürliche Art nicht in unserem Körper, wohingegen Hormone auf natürliche Art im Körper vorkommen. Es ist jedoch so, dass durch die Einnahme von Hormonen die Gefahr für Thrombose und Embolien steigt, was auch so von den Medien, leider sehr eindimensional, kommuniziert wird. Denn dort wird nicht kommuniziert, dass das Absetzen von z.B. der Pille auf den Körper eine viel höhere hormonelle Belastung wirkt, als sie kontinuierlich weiterhin einzunehmen.

Doch wie wirkt die Anti-Baby-Pille überhaupt im Körper einer Frau und wie verhindert sie eine Schwangerschaft? Frau Dr. med. Kirstges erklärt, dass die Pille den Eisprung unterdrücke. Durch die Einnahme der Hormone baue der Körper einen Hormonhaushalt auf. Ab einem bestimmten Hormonspiegel werde unserem Gehirn signalisiert, dass die Eierstöcke keine befruchtungsfähigen Eier produzieren sollen. Das verhindere dann eine Schwangerschaft. Damit dieser Hormonhaushalt auch möglichst auf einem gleichen Pegel bleibt, sei es wichtig, dass die Pille täglich zur gleichen Zeit eingenommen wird. Sobald der Hormonhaushalt sinkt, könne es zu einem Eisprung kommen.

Die Anti-Baby-Pille ist das beliebteste Verhütungsmittel. Laut einer Umfrage nehmen sie 55 Prozent der Frauen (Quelle: statista.de). Auch die Umfrage bei Instagram spiegelt diese Beliebtheit wider. 62 Prozent der Teilnehmer verhüten mit der Pille. Frau Dr. med. Kirstges begründet die Beliebtheit insofern, dass es eine sehr einfache Einnahme ist. Auch ein schnelles Absetzen ist gut möglich. Fast alle anderen Verhütungsmittel erfordern einen ärztlichen Eingriff. Doch ist die Pille nicht für jede Frau geeignet. Frauen mit starkem Übergewicht, Raucherinnen und zuckerkranke Frauen wird von der Pille abgeraten. Auch einige weitere Krankheiten verhindern für eine Frau die Einnahme der Pille.

Die Verhütung wird vor allem bei der jüngeren Generation immer wichtiger. Grundsätzlich würde Frau Dr. med. Kirstges die Einnahme der Pille empfehlen, sobald sie zur Verhütung gebraucht wird. Vor allem bei jungen Mädchen werde die Pille häufig eingesetzt, da sie bei einer Unverträglichkeit jederzeit wieder abgesetzt werden könne. Das sei bei anderen Verhütungsmitteln nicht möglich. 56 Prozent der Teilnehmer der Instagramumfrage haben bereits mit der Pilleneinnahme unter 16 Jahren begonnen.

Das Image der Pille ist heutzutage eher umstritten. Viele Personen des öffentlichen Lebens berichten von schlechten Erfahrungen und erzählen von physischen als auch psychischen Risiken. Auch der Vorwurf, dass jungen Frauen die Pille verschrieben werde, sobald es in der Pubertät mit unreiner Haut beginnt, steht im Raum. Frau Dr. med. Kirstges gibt an, dass die Pille grundsätzlich nur zur Verhütung verschrieben werde. Bei unreiner Haut ist der Hautarzt der erste Ansprechpartner. Sie begründet aber auch, dass es bei einer wirklich schweren Akne durchaus vorkommen könne, dass zur Einnahme der Pille geraten werde. Wenn die Behandlung bei einem Hautarzt keine Besserung zeige, sei es für die Betroffene auch ein soziales Thema. Gerade im pubertierenden Alter sei ein sicheres, soziales Umfeld wichtig, welches durch eine schwere Akne stark beeinträchtigt werden könne. Die Verschreibung der Pille durch den Frauenarzt geschehe dann aber in Absprache mit den Eltern. Auch die Ergebnisse der Umfrage bei Instagram zeigen, dass die meisten Teilnehmer die Pille zur Verhütung eingenommen haben.

Wenn man sich persönlich doch gegen die Einnahme der Anti-Baby-Pille entschieden hat, empfiehlt Frau Dr. med. Kirstges die Hormonspirale. Die Hormonspirale gelte als sehr sicheres Verhütungsmittel (Pearl-Index: 0,16) und hat nur einen Anteil von fünf Prozent an Gelbkörperhormonen im Gegensatz zur Pille. Zusätzlich beinhalte die Hormonspirale kein Östrogen. Von Kupferverhütungsmitteln rät sie eher ab. Kupferspiralen und -ketten lassen eine chronische Entzündung in der Gebärmutterschleimhaut entstehen und verhindern somit eine Einnistung der Spermien. Sie verhindern allerdings keine Eileiterschwangerschaften und können auch unfruchtbar machen. Sie betont allerdings auch, dass es am wichtigsten sei, dass man sich mit dem gewählten Verhütungsmittel wohlfühlt. Das Ergebnis der Umfrage zeigt, dass 71 Prozent schon einmal darüber nachgedacht haben, die Pille abzusetzen und durch ein alternatives Verhütungsmittel zu ersetzen.

Für die Zukunft würde es Frau Dr. med. Kirstges freuen, wenn es ein Verhütungsmittel geben würde, das gleichartig sicher wie die Pille wirkt, allerdings weniger Nebenwirkungen hat.

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Du möchtest mehr über Verhütungsmittel erfahren? Dann klick hier: https://www.profamilia.de/themen/verhuetung.html

Quelle Pearl-Index: profamilia.de

Bei der Umfrage auf Instagram handelt es sich, aufgrund der Anzahl der Teilnehmer, um eine nicht repräsentative Umfrage. Die Umfrage hatte rund 20 Teilnehmer.

Paragraf 219a: Eine Straftat oder ein Menschenrecht?

§ 219a ist sicherlich seit dem Jahr 2018 in einigen Köpfen bekannt. Doch was steckt überhaupt hinter diesem Paragrafen und wie sieht die Öffentlichkeit dieses kontroverse Thema? Die Politik hat monatelang über eine Entscheidung debattiert. Dürfen Ärzte über Abtreibungen informieren oder machen sie sich strafbar?

Grundsätzlich ist ein Schwangerschaftsabbruch nach §218 Strafgesetzbuch in Deutschland rechtswidrig. Der Schwangerschaftsabbruch unterliegt sogenannten Beratungsregelungen und ist unter einigen Bedingungen strafffrei. Doch was besagt der umstrittenen Paragraf 219a?

(1) Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) seines Vermögensvorteils wegen oder in grob anstößiger Weise

1. eigene oder fremde Dienste zur Vornahme oder Förderung eines Schwangerschaftsabbruchs oder

2. Mittel, Gegenstände oder Verfahren, die zum Abbruch der Schwangerschaft geeignet sind, unter Hinweis auf diese Eignung

anbietet, ankündigt, anpreist oder Erklärungen solchen Inhalts bekanntgibt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

(Quelle: Auszug Strafgesetzbuch)

Kurz beschrieben besagt der Paragraf wie Ärztinnen und Ärzte über Schwangerschaftsabbrüche informieren dürfen. Dabei wird zwischen neutraler Information und strafbarer Werbung unterschieden. Es ist strafbar einen Schwangerschaftsabbruch in grob anstößiger Weise oder aus kommerziellen Interessen anzubieten.

Unsere Politik war sich unschlüssig. Die SPD wollte den Paragrafen ganz streichen, die CDU und AfD sind für das Werbeverbot. Mittlerweile haben sich die Parteien geeinigt und einen Kompromiss gefunden. Das Werbeverbot bleibt bestehen, Frauen sollen aber zukünftig besser darüber informiert werden, welche Kliniken Abtreibungen vornehmen.

Doch wie sieht es mit den Zahlen der Schwangerschaftsabbrüche aus?

Die Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche ist insgesamt seit 1996 bis 2018 zurückgegangen. Das zeigt auch die aufgeführte Grafik. Während es 1996 noch knapp über 130.000 Abbrüche gab, sind es 2018 nur noch knapp über 100.000.

Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche in Deutschland von 1996 bis 2018

Weitere Statistiken zeigen auch, dass die meisten Schwangerschaftsabbrüche im Jahr 2018 im Alter ab 25 Jahren waren. Bezogen auf den Familienstand sind die meisten Abbrüche in den Jahren 2012 bis 2018 bei ledigen Frauen. (Quelle: statista.de)

Wenn man die Anzahl der Schwangerschaftsabbrüche auf die einzelnen Bundesländer aufteilt sind die Daten anfangs einleuchtend. Nordrhein-Wesfalen hatte im Jahr 2018 21.378 Frauen ihre Schwangerschaft ab. Damit hat das größte Bundesland Nordrhein-Westfalen von allen Bundesländern die meisten Abtreibungen. 2018 gab es in Nordrhein-Westfalen 21.378 Abtreibungen. Im Bundesland Bayern sind die Zahlen ähnlich folgerichtig. Als zweitgrößtes Bundesland steht Bayern auch bei der Anzahl der Abtreibungen an zweiter Stelle. 2018 sind in Bayern 11.868 Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen worden. Auch das drittgrößte Bundesland Baden-Württemberg steht bei den Abtreibungen mit 9.937 an dritter Stelle.

Dann gehen die Zahlen jedoch auseinander. Das viertgrößte Bundesland ist Niedersachen, auf dem vierten Platz der Abtreibungen 2018 findet sich jedoch Berlin. Niedersachsen steht erst an sechster Stelle mit 8.301 Abtreibungen im Jahr 2018. Doch warum hat Berlin mehr Schwangerschaftsabbrüche vorgenommen als das größere Bundesland Niedersachsen? Wenn man von den Zahlen der Schwangerschaftsabbrüche in verschiedenen Bundesländern spricht, muss man dazu sagen, dass das Land, in dem der Eingriff erfolgte zählt und nicht der Wohnort der Patienten. Es ist also durchaus möglich, dass eine Schwangere in einem anderen Bundesland ihren Schwangerschaftsabbruch vornehmen lässt. Das ist auch der Grund, warum Berlin in der Statistik vor Niedersachsen liegt. In Berlin werden auch Schwangerschaftsabbrüche von Frauen aus dem Ausland durchgeführt. In Polen ist eine Abtreibung nur aus medizinischen Gründen erlaubt, weshalb viele polnische Frauen sich für eine Abtreibung in Berlin entscheiden.

Grundsätzlich lassen sich keine Schlüsse ziehen, ob ein Bundesland in Relation zur Einwohnerzahl mehr Abtreibungen hat als ein anderes. Sicherlich spielen aber Faktoren wie Nachbarländer mit anderen rechtlichen Grundlagen eine wichtige Rolle.

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Du möchtest noch mehr zum Thema „Einigung bei Paragraf 219a“ erfahren? Dann klick hier: https://www.tagesschau.de/inland/werbeverbot-paragraf-101.html

Gewalt gegen Frauen: Ein Podcast mit einer Betroffenen.

Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist, Stalking und Verfolgung, gewaltvolle Übergriffe in der eigenen Partnerschaft, sexualisierte Gewalt, Zwangsheirat, Mobbing, Genitalverstümmelungen, Gewalt im Namen der Ehre, Menschenhandel – Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter!

In meiner ersten Podcastfolge bin ich auf das Thema „Gewalt gegen Frauen“ eingegangen. Gewalt gegen Frauen ereignet sich weltweit. Egal, wo diese Frauen leben, wie alt sie sind, wo sie herkommen oder welchen Bildungsgrad sie haben. Genauso unterschiedlich wie die Frauen sind, die es erleben, sind die Orte, an denen es geschieht. Zuhause erfahren Frauen am häufigsten Gewalt, jedoch auch am Arbeitsplatz, im öffentlichen Raum oder im Internet.

Posdcast – Gewalt gegen Frauen

Ich habe zusammen mit einem Gast über das sensible Thema gesprochen. Was denkst du zu diesem Thema? Unter Kontakt kannst du mir deine Gedanken mitteilen und wir können uns austauschen.

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Du möchtest mehr zum bundesweiten Beratungsangebot für Frauen, die von Gewalt betroffen sind, erfahren? Dann klick hier: https://www.hilfetelefon.de/das-hilfetelefon.html

Vielen Dank an http://www.frametraxx.de für den Musikeinspieler im Podcast.

Frauen sind nicht durchsetzungsfähig und haben zu wenig Führungskompetenzen

In unserer Gesellschaft haben Frauen in Führungspositionen immer noch mit diesen Vorurteilen zu kämpfen. Für die Gesellschaft ist es immer noch eine Besonderheit, wenn eine Frau in einer führenden Position arbeitet. Warum gibt es diese Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern und wie können wir diese überwinden? Ich habe Frau Prof. Dr. Ulrike Schleier, Beauftragte für die Frauenstudiengänge an der Jade Hochschule, befragt.

Frauen hätten die gleichen Aufstiegschancen wie Männer, aber nur bis zu einem gewissen Grad. Das sagt auch Jana Krais, Vertriebscontrollerin eines Finanzunternehmens in Wilhelmshaven. In ihrem Arbeitsalltag kommt es immer wieder vor, dass sie sich benachteiligt fühlt. Bei Anliegen von anderen Kollegen werden immer zuerst die männlichen Kollegen gefragt, obwohl sie sich in einigen Dingen besser auskenne.

Aber warum werden Männer im Berufsleben, insbesondere in Führungspositionen bevorzugt? Für Frau Prof. Dr. Ulrike Schleier ist die Antwort klar. Männern wird einfach mehr zugetraut und Frauen seien oft zu emotional gesteuert. Um diese Geschlechtsstereotypen zu überwinden, sollten Frauen für andere Berufe ermutigt werden, z.B. mithilfe des „Girlsdays“. Auch Vorbilder können dazu beitragen, dass die Geschlechtsstereotypen überwunden werden.

Laut unserer Gesellschaft sind auch Kinder ein Grund dafür, dass Frauen beruflich nicht so erfolgreich werden können wie Männer. Frau Prof. Dr. Ulrike Schleier empfiehlt, man sollte sich Nischen suchen. Man sollte fachliche und inhaltliche Aufgaben suchen, die noch nicht belegt sind. Weiterhin könnte man sich auf einem Gebiet qualifizieren, auf dem es wenig Konkurrenz gibt. Die Unterstützung von Männern trägt enorm dazu bei, dass Frauen erfolgreicher werden. Auch Unternehmen sollten Frauen in Führungspositionen unterstützend zur Seite stehen.

Jana findet, dass die Entwicklung dennoch positiv ist und sie hofft darauf, dass es in der Zukunft keinen spürbaren Unterschied hinsichtlich der Geschlechter in Führungspositionen gibt. Die gegenwärtige Situation zeigt jedoch folgendes: Frauen schaffen es seltener an die Spitze.

Frauen in Führungspositionen
Frauen in Führungspositionen

Wie aus der angeführten Grafik zu entnehmen ist, erlangen gerade einmal 21,3% der deutschen Frauen eine Führungsposition. Die Grafik zeigt ebenfalls, dass die Entwicklung durchaus positiv ist. Dennoch ist in Deutschland nur jede fünfte Führungsposition durch eine Frau besetzt. Experten sprechen hierbei von der „Gläsernen Decke“. Frau Prof. Dr. Schleier erzählt, dass eine Frau aufsteigen kann, allerdings irgendwann nicht mehr und man wisse nie, wann einen diese Decke stoppt.

Für die Zukunft wünscht sich Frau Prof. Dr. Schleier noch mehr Veränderung, da sie bisher nur geringe Fortschritte, bezüglich der Rolle als Mutter in der Familie, sieht. Es gibt kaum Krippen für unter Dreijährige und viel zu wenig Betreuungseinrichtungen, um Müttern die Möglichkeit zu geben, früher wieder in den Berufsalltag einsteigen zu können. Die neuen Bundesländer haben bereits reagiert und eine Betreuung für Kinder ab sechs Monaten möglich gemacht, wodurch Frauen in anderen Bundesländern als Rabenmütter vorverurteilt werden. Frau Prof. Dr. Schleier führt ebenfalls an, dass sich auch die Männer ändern müssen. Sie plädiert: Was bringt Emanzipation, wenn sich Männer nicht ändern? Frauen sollten zur Hälfte den Haushalt an den Mann abgeben. Außerdem vertritt sie ganz klar die Ansicht, dass auch Männer den Erziehungsurlaub nehmen sollten.

Auch viele Organisationen kümmern sich bereits gezielt um Themen rund um die Frau. So auch das Kooperationsprojekt „Was verdient die Frau“ des Deutschen Gewerkschaftsbundes und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Laura Rauschnick und Flora Antoniazzi, Projektleiterinnen „Was verdient die Frau“ vertreten die Meinung, dass auch die Politik mehr gegen die Ungleichheit tun muss. Es sollte die Frauenquote weiter ausgebreitet werden. Unternehmen, die eine Frauenquote von null Prozent haben, sollten Sanktionen bekommen. Zusätzlich sollte es auch mehr Parität für Parlamente geben. Wenn in der Politik auch noch die Männer überwiegen, wie sollen dann Probleme der Frauen gesehen werden?

Die Projektleiterinnen sind der Überzeugung, dass man die Ungleichheit zwischen Mann und Frau im Berufsleben überwinden könnte, indem man mehr Motivation schafft, die gegenseitigen Berufe auszuüben. Die große Gender Pay Gap liegt vor allem daran, dass Frauen ganz einfach auch die schlechten bezahlten Berufe ausüben. Aktuell liegt die Gender Pay Gap bei 21 Prozent. Das bedeutet, dass Frauen rund 21 Prozent weniger verdienen als die Männer. Die bereinigte Pay Gap liegt demnach bei sieben Prozent. Die bereinigte Gender Pay Gap ist der Vergleich in vergleichbaren Beschäftigungen innerhalb des Berufes. Hier wurden Merkmale wie Branchen, Mutterschutz etc. bereits herausgerechnet. Doch bis wir die Ungleichheit ausnahmslos überwunden haben, wird es noch einige Jahre dauern und gleichzeitig stellt sich die Frage: Werden wir diese Ungleichheiten überhaupt überwinden können? Es gibt Strömungen, wie z.B. die AfD, die sich für ein traditionelles Gesellschaftsbild einsetzen.

Laura Rauschnick und Flora Antioniazzi sind der Überzeugung, dass dieses Umdenken noch sehr lange dauern wird, da wir unser ganzes Leben auf eine ganz bestimmte Art sozialisiert wurden. Jungen Frauen geben sie mit auf den Weg, dass ein Mann keine Altersvorsorge ist und sie nicht abhängig werden sollen. Sie sollen sich mit anderen Frauen oder auch Männern vernetzen, die auf ihrer Seite stehen und Ungerechtigkeiten aufzeigen, wenn sie welche sehen.

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